Startchancen-Programm, Kommune und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Shownotes
Es ist die bislang größte Bildungsmaßnahme Deutschlands: das Startchancen-Programm. Mehr als 4.000 Schulen in sozial herausfordernden Lagen werden zehn Jahre lang mit insgesamt 20 Milliarden Euro gefördert. Das Ziel: mehr Bildungsgerechtigkeit! Wie das Programm genau funktioniert und inwiefern Kommunen es nutzen können, um ihre Bildungslandschaft nachhaltiger zu gestalten, erklären Inga Thao My Bui und Philipp Hackstein, die das Startchancen-Programm wissenschaftlich begleiten. Durch das Gespräch führt Dr. Lea Schütze, Leiterin der Fachstelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Kommunen am Deutschen Jugendinstitut.
Ergänzende Informationen zum Podcast finden Sie unter den folgenden Links:
- Die Bund-Länder-Vereinbarung zur Umsetzung des Startchancen-Programms
- Ein Paper der Fachstelle zu BNE im Startchancen-Programm
- Starterkit wie Schulen BNE integrieren können
- Nachhaltige und inklusive Gestaltung von Gemeinschaftsräumen am Beispiel des „Lernhaus München“
- Schulentwicklung im Sinne des Whole School Approach
- BNE Plattform München
- Weiterbildung von Mitarbeiter:innen im Ganztag im Alb Donau Kreis
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00:00:05: BNE
00:00:05: zum Hören
00:00:06: – der Podcast rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kommune.
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von BNE Zum Hören, Ihrem Podcast der Fachstelle Bildungs für Nachhaltigentwicklung in Kommunen!
00:00:24: In der heutigen Folge wollen wir einen genaueren Blick auf das sogenannte Startchancenprogramm werfen und dabei der Frage nachgehen welche Schnittstellen dieses Programm mit den Themenfeldern Kommune und Bildung.
00:00:36: Das Start-Chancenprogramm, das im Jahr ist ins Leben gerufen wurde, ist das bislang größte Bildungsprogramm Deutschlands.
00:00:44: Sein zentrales Ziel besteht darin den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufzubrechen – um dieses Ziel zu erreichen werden über ein Zeitraum von zehn Jahren rund viertausend Schulen in sozial herausfordernden Lagen gezielt gefördert unterstützt!
00:01:00: Wie diese Förderung konkret aussehen kann, welche Rolle Kommune auch für das gelingendes Programm spielt und inwiefern BNE mit dem Startchancenprogramm zusammengedacht werden kann, wie beide Ansätze auch voneinander profitieren können.
00:01:14: Darüber wollen wir heute sprechen!
00:01:16: Durch das folgende Gespräch führt sie Dr.
00:01:18: Lea Schütze die Leiterin der Fachstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Kommunen.
00:01:22: – und nun ganz viel Spaß mit der heutigen Folge!
00:01:29: Herzlich willkommen von mir.
00:01:30: Genauer diesen Zusammenhang des Startschorstenprogramms mit BNE und welche Rolle Kommune und Sozialraum hier spielen, das will ich heute beleuchten.
00:01:38: Und zwar mit zwei Kolleginnen die das Programm gewissermaßen von innen herauskennen!
00:01:43: Das Startschorsenprogramm wird nämlich wissenschaftlich begleitet vom sogenannten Chancenverbund – und wir werden auch gleich hören wie er es tut.
00:01:51: Die zwei Vertreterinnen aus dem Chancenerbund sind zum einen Ingatau Mibui und zum anderen Philipp Hackstein.
00:02:00: Ingatau Mibui ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der RPTU Kaiserslautern Landau und sie arbeitet dort im Transfer- und Transformationshub des Chancenverbunds.
00:02:10: Sie beschäftigt sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung schon seit mehreren Jahren, unter anderem durch ihr Engagement in Japan sowie im Zukunftsrat von nachhaltiger Entwicklung Rheinland-Pfalz.
00:02:22: Und mein anderer Gast heute ist Philipp Hackstein.
00:02:25: Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.
00:02:31: Und er arbeitet im Chancenverbund, im interdisziplinären Kompetenzzentrum multiprofessioneller Schulentwicklung in dem Sozialraum.
00:02:39: zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten zählen zum Beispiel Bildungsföderalismus, kommunale Bildungspolitik, Programme zum Abbau von Bildungsbenachteiligung und multiproffessionelle Schulentwirkungen.
00:02:50: Herzlich willkommen ihr beiden!
00:02:51: Schön dass Ihr da seid.
00:02:53: Vielen Dank, dass wir heute dabei sein dürfen.
00:02:56: Hallo auch von mir schön hier zu sein!
00:02:59: Damit die erste Frage an dich Philippe.
00:03:01: vielleicht kannst du uns nochmal die Grundzüge des Startschauungsprogramms erklären?
00:03:06: Ja das mag ich sehr gerne.
00:03:07: also das Startschance Programm adressiert bundesweit viertausend Schulen und damit gut eine Million sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler Also über viertausend Schulen in dem Teil und die Auswahl der Schulen.
00:03:18: Und das ist auch ein Novum, erfolgte entlang klarer Kriterien also beispielsweise Nordrhein-Westfalen entlang des Schulsozialindexes aber mindestens auf Basis der Dimensionen Armut und Migration.
00:03:28: Man hat bundesweit es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen zu erreichen, die besondere Bedarfe haben.
00:03:34: Es gibt einen leichten Fokus auf den Primarbereich.
00:03:37: Sechzig Prozent der teilnehmenden Schulen sind Primarschulen, vierzig Prozent weiterführend und das Programm ist relativ lang angelegt auf zehn Jahre mit einem finanziellen Volumen von zwanzig Milliarden Euro ausgestattet.
00:03:50: Begleitet wird es eben durch den erwähnten Chancenverbund mit ungefähr zwanzich beteiligten Forschungseinrichtungen und einem separaten Konsortium zur Evaluation des Programms.
00:04:01: Und was ganz wichtig ist, einerseits steht ein sehr prominentes Ziel im Vordergrund des Programms.
00:04:06: Nämlich den Anteil der Schülerinnen und Schülern die die Mindeststandards in Mathe- und Deutsch nicht erreichen zu halbieren.
00:04:11: Das ist sehr ambitioniert und zeigt erstmal einen Fokus auf das Thema Basiskompetenzen.
00:04:16: aber eigentlich geht es im Startchancenprogramm noch viel mehr.
00:04:19: Es geht letztlich um eine breiten Bildungs- und Teilhabebegriff nämlich bestmögliche Teilhaben von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen unabhängig eben vom sozialen Herkommen.
00:04:30: Vielleicht noch als letzte Ergänzung dazu, dass... Im Staatschancenprogramm setzt auch an verschiedenen Ebenen an, einerseits der systemischen Ebene und das ist auch ein Stück weit neu.
00:04:40: Es soll die Wirksamkeit des Unterstützungssystems erhöht werden also letztlich alle Akteure, die um die Schulen herum agieren sollen besser zusammenarbeiten.
00:04:48: Die Schulaufsicht beispielsweise mit der kommunalen Ebene als Schulträger aber eben auch als örtlicher Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, Schuleitungen, Schulteams und die Wissenschaft.
00:04:58: Also im Unterstützungssystem als sehr breit zogener Begriff sozusagen.
00:05:01: es geht um System Transformation.
00:05:04: Und auf der institutionellen Ebene geht es eben darum, innere und äußere Schulangelegenheiten zu unterstützen, also Unterstützungangebote für Kollegien zu schaffen eine datengeschützte Schule- und Unterrichtsentwicklung zu fördern aber eben auch personale Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen.
00:05:20: Beides soll letztlich auf die individuelle Ebene der Bildungs- und Teilhabechancen von Schülerinnen und Schülern einzahlen, die natürlich das ultimative Ziel des Programms sind.
00:05:30: Vielen Dank, Philipp.
00:05:31: Auf diesen Punkt!
00:05:31: Was sind die Grundziele auch auf diese socioemotionalen Kompetenzen?
00:05:34: Die demokratische Teilhabe werden wir sicher später auch noch mal darauf eingehen.
00:05:39: Mie, ihr beide arbeitet ja im Kontext des Chancenverbundes oder im Chanceneverbund.
00:05:44: Vielleicht kannst du uns nochmal erläutern welche Aufgabe der eigentlich hat und wie die Struktur das Chancenerbund aussieht.
00:05:50: Ja, sehr gerne.
00:05:51: Ich freue mich sehr heute hier beim Podcast dabei sein zu können.
00:05:54: und der Chancenverbund zur wissenschaftlichen Begleitung und Forschung des Stadtchancenprogramms hat auch das Ziel natürlich einen Schülerinnen bessere Bildungschancen zu ermöglichen und wir unterstützen als Chancener verbunden die Länder und dem Bund dabei das Programm umzusetzen und auch zu steuern.
00:06:10: Dazu entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen Konzepte, Ko-Konstruktives da das Wort und die Haltung, mit der wir da reingehen.
00:06:16: Wir arbeiten Materialien und Qualifizierungsangebote um eben auch das Unterstützungssystem zu qualifizieren und forschen kontinuierlich daran neue Impulse zur Weiterentwicklung des Programms zu geben.
00:06:28: Und wie Philipp schon erwähnt hat, der Chancenverbund ist ein bundesweiter Trittmittel finanzierter Zusammenschluss von zwanzig Universitäten und Forschungsinstitution unter der Federführung des DIPF.
00:06:38: Also das Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.
00:06:42: Wir haben verschiedene Verbundseinheiten die auf verschiedenen Ebenen auch agieren u. a. Das Governance-Zentrum was vor allem die Beratungbegleitung Und wir als Transfer- und Transformationshubs.
00:06:55: Wir arbeiten auch mit LänderkoordinaturInnen zusammen, die das Startchancenprogramm in den Ländern umsetzen und haben aber auch den Fokus der Netzwerkarbeiter beraten und begleiten diesen Kontext Und für die inhaltlichen Themen und auch das Wissen, was dann kohokonstruktiv erarbeitet wird sind vor allem auch die Kompetenzzentren zuständig.
00:07:15: Der ganze Verbund hat natürlich eine Gesamtkoordination.
00:07:17: Das sind alle Verbundseinheiten, die im Chancenverbund vertreten sind.
00:07:22: Vielleicht magst du Philipp noch mal etwas zu deinem Kompetenzzentrum erzählen, nämlich multifuzielle Schulentwicklungen Sozialraum?
00:07:30: Ja, das mache ich gerne.
00:07:31: Also wie du schon gesagt hast unser Ziel ist letztlich Konzepte und Materialien reinzugeben ins System und weiterzuentwickeln und wir bieten dazu auch Qualifizierungsangebote an.
00:07:41: Wichtig ist glaube ich unsere Perspektive im Gegensatz zu Vorgängerinitiative von Startchancen also zur Schule macht stark dass wir in der Regel nicht mehr direkt mit Schulen zusammenarbeiten sondern mit dem Unterstützungssystem Und das Unterstützungssystem unterstützen oder eben auch qualifizieren, dass es dann auch mit Schulen zusammenarbeiten kann.
00:07:59: Sonst könnten wir glaube ich als kleines Kompetenzzentrum gar nicht viertausend Schulen adressieren.
00:08:03: also das ist eine gewisse Skalierung die in Startchancen stattfindet Und unter inhaltliche Fokus dreht sich vor allen Dingen um das Stichwort Schulentwicklungskapazitäten.
00:08:12: Also wir möchten Schulen dabei unterstützen diese Kapazitäten auszubauen, hinsichtlich beispielsweise einer klaren Orientierung an Visionen und Ziele.
00:08:20: also was möchte ich als Schule eben erreichen?
00:08:23: Und vor allem was die Etablierung von klaren Strukturen und Prozessen angeht.
00:08:27: Ein zweiter Schärfpunkt ist auch eine diversitätssensible und ressourcenorientierte Schulkultur.
00:08:33: Und das, was ich mache auch im Kompetenzzentrum zusammen mit meinen Kolleginnen ist wie unterstützt die Weiterentwicklung multiprofessioneller Kooperationsstrukturen.
00:08:42: Genau und vielleicht nochmal ganz kurz an dieser Stelle wird deutlich, wie wichtig die Rolle der Transparen-Transmissionshabs innerhalb des Verbunds ist weil der Verbund schon sehr groß ist, sehr viele Mitarbeitende umfasst und wir sorgen auch dafür dass eine Coherenz dort findet und die Kompetenzzentren vermittelt werden an die Zuständigen in den Ländern.
00:09:02: ja
00:09:03: Vielen Dank an euch.
00:09:04: Ich hoffe, es ist jetzt den Zuhörer ein bisschen klarer geworden was die Grundstruktur ist des Programms aber eben auch in eurem Chancen verbunden.
00:09:12: wir haben ja heute überhaupt ein recht komplexes Thema geht zum einen um das Programm an sich dann gibt's noch mal darum was hat das Ganze mit BNE zu tun?
00:09:19: und dann was hat es ganze nochmal mit Kommune zu tun?
00:09:22: also was können Akteure der kommunalen Bildungslandschaft und speziell die Kommunalverwaltung hier tun und was tun sie vielleicht auch gerade schon?
00:09:29: Jetzt haben wir was zum Programm gehört.
00:09:31: Vielleicht steigen wir hier kurz dazu ein, was das Ganze eigentlich mit BNE zu tun hat oder mit BNE zu tun haben könnte?
00:09:38: Du hast ja schon gesagt, Philipp, dass neben der Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik auch die Stärkung eben der sozialemotionalen Kompetencen und auch sowas wie eine Befähigung zur demokratischen Teilhabe wesentliche grundsätzliche Ziele im Programm sind.
00:09:53: Und hier würden wir immer argumentieren, dass BNE immer an diesen letzten beiden eigentlich direkt andockt.
00:09:59: Zum Beispiel über die Vermittlung von Teilhabekompetenzen, über Gestaltungskompetenz und vor allem auch entlang der Vermittlungen oder dem Erlernen von Selbstwirksamkeit.
00:10:10: Jetzt ist es ja so, dass das übergeordnete Ziel des Programms – das hättest du Philipp am Anfang gesagt – eigentlich die Förderung auch von Bildungsgerechtigkeit.
00:10:17: Und vielleicht erschließt sich dieser Zusammenhang von BNE und Bildungs- gerechtigkeiten nicht auf den ersten Blick?
00:10:22: Mieh kannst Du uns was dazu erläutern!
00:10:26: Sehr gerne.
00:10:27: Ich habe von vor der Arbeit im Stadtschancenprogramm sehr viel zu BNE gemacht in Jugendgremien, im U-Pan-Seicher zum Beispiel aber auch in der Klimagerechtigkeitsbewegung und anderen verschiedenen Zusammenhängen und dabei ist mir schon aufgefallen dass sehr viele junge Menschen die in diesen Kontexten aktiv sind, eher aus privilegierteren Familien kommen.
00:10:46: Und das ist überhaupt gar kein Vorwurf an einzelne sondern auch ein Ausdruckschruktureller Benachteiligungen.
00:10:52: und das war für mich auch die Motivation warum ich mich mit Bildungsgerechtigkeit auseinandersetzen wollte.
00:10:57: und jetzt sitze ich hier im Stadtschance Programm und BNE hat sie ja auch gesagt den Anspruch allen Menschen Teilhabe an einer gesellschaftlichen Transformation zu ermöglichen.
00:11:06: Und gleichzeitig zeigen sich so viele unterschiedliche Ungleichheiten, also unter anderem Menschen die von Armut betroffen sind tragen häufig deutlich weniger zur Klimakrise bei werden aber besonders stark von ihren Folgen betroffen sein und sie haben oft einen ungleicheren Zugang zu BNE und nachhaltigkeitsbezogenem Wissen.
00:11:23: und selbst dort wo BNE stattfindet mit Nachhaltigkeit häufig auf individuelles Verhalten oder Konsum reduziert.
00:11:30: Und dadurch entsteht ganz schnell so eine schwierige Dynamik, weil Menschen mit geringerem Einkommen gesellschaftlich oft als weniger nachhaltig wahrgenommen werden.
00:11:39: Obwohl sie einen kleineren ökologischen Fußabdruck haben.
00:11:42: und Nachhaltigkeit wird dann zu einer moralischen Lebensstilfrage und bestimmte Lebensrealitäten geraten aus dem Blick.
00:11:49: Dann kommt noch hinzu dass Menschen die besonders von den Folgen betroffen sind häufiger gleichzeitig weniger Zugang zu gesellschaftlichen Macht- und Entscheidungspositionen haben.
00:11:58: Und genau daraus ergibt sich für mich eine zentrale Frage, wie schaffen wir eine BNE die diese Ungleichheiten nicht redet produziert?
00:12:05: Und zwar in der BNE, die Menschen stärkt und Handlungsmöglichkeiten eröffnet ohne ihnen die gesamte Verantwortung für gesellschaftliche Krisen zuzuschreiben weil es sind Kinder und Jugendliche gerade nicht in diesen Positionen sitzen, die jetzt was verändern können.
00:12:19: Aber trotzdem mit den Folgen leben werden.
00:12:21: und deswegen finde ich das Stadtchancenprogramm so spannend weil wenn BNE wirklich Bildung für alle sein wird dann müssen wir Schulen in herausfordernden Lagen und unterschiedliche Lebensrealitäten viel stärker mittenken.
00:12:34: Vielen Dank.
00:12:35: Ich wollte an der Stelle ergänzen, wir werden ja auch Show Notes haben die wir an dem Podcast dranhängen.
00:12:39: da haben wir auch noch mal einen Link dazu zu einem Starter Kit wie können Schulen überhaupt B&E integrieren?
00:12:44: ich glaube das schließt sehr schön an an das was du gerade gesagt hast.
00:12:49: Wir haben so diese drei Komplexe Das Programm BNE und dann der kommunale Kontext.
00:12:54: Unser Thema bei Fabienek ist ja immer, wie können wir BNE vor Ort?
00:12:57: Insbesondere aus Sicht der Kommune und auch Aus Sicht der Kommunal-Bindungslandschaft bearbeiten und stärken.
00:13:04: Daher an dich die Frage Philippe Wie lässt sich im Startschorstenprogramm dazu überhaupt einen Bezug herstellen?
00:13:10: Und für dich ist ja das Schlagwort des Sozialraums entscheidend.
00:13:15: Vielleicht kannst du uns das erklären.
00:13:18: Ja, das ist sehr gerne.
00:13:19: Also dass die kommunale Ebene was mit Bildung und Schule zu tun hat ich glaube dieses Verständnis gab es nicht immer.
00:13:25: jetzt etwas überspitzt formuliert vielleicht zum Beispiel war's in Schule macht stark so also in der Vorkehrinitiative zu Startchancen ist die kommunaler Ebene nicht mitgedacht war.
00:13:33: Jetzt an Startchanzen ist es anders.
00:13:35: wenn man sich die Bund-Länder Vereinbarungen anschaut wird eben auch festgestellt dass Schulen ein wichtiger Standortfaktor sind im kommunalen Raum und auch eine Schlüsselrolle für die Quartiersentwicklung einnehmen.
00:13:45: Also sie können eben auch Anker-Institutionen sein sozusagen, und dementsprechend ist es auch wichtig mit den Kommunen zu kooperieren und auf kommunaler Ebene zusammenzuarbeiten, indem man dort beispielsweise verbindliche oder eben kurkonstruktive Kooperationsformate findet, dass eben beispielsweise die untere Schulaufsicht, die ja zum Beispiel in Neutran Westfalen auf kommunaler Ebene agiert als staatlicher Akteur mit den Schulträgern der Jugendhilfe zusammenarbeitet, um eben vor allen Dingen so in diesem Aspekt gerecht zu werden.
00:14:14: Dass es ja um einen breiten Bildungsbegriff geht und auch im Teilhabe und darum formale nonformale und informelle Lernangebote miteinander gut zu verzahnen.
00:14:23: Und was wir unterstützen ist dass eine Win-Win Situation entsteht das Kommunen letztlich in ihrer Strategie beispielsweise in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie oder in ihrer Präventionsstrategies auch Elemente des Startchancenprogramms nutzen können, um weiterzukommen und gleichzeitig aber auch das Programm Startchancen davon profitiert, wenn es kommunale Strategien und die Ebene unterstützt.
00:14:45: Und diese Ebene dann letztlich auch die Schulen mit begleiten kann.
00:14:49: Jetzt hast du noch gefragt nach dem Stichwort Sozialraum?
00:14:51: Ich würde Kommune und Sozialraum ein Stück weit differenzieren.
00:14:54: also einerseits geht's darum die Schulen weiter zu entwickeln mutig professionell dass aus unterschiedlichen Perspektiven Kinder unterstützt werden und Expertise zusammengetragen wird.
00:15:03: Und dann geht es bei dieser Perspektive vor allen Dingen darum, die Ressourcen des Sozialraums auch mit in Betracht zu ziehen – also sie zu identifizieren und zu nutzen.
00:15:12: Also zusätzliche Expertise aus dem Sozialraum von Vereinen beispielsweise von ehrenamtlichen Personen in die Schule zu holen oder präventive Angebote in die Schule zu holern und sich mit ihnen zu vernetzen.
00:15:23: Zur sozialen Perspektive gehört aber auch einfach ganz grundlegend dazu, die Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen einmal zu analysieren.
00:15:31: Also zu verstehen wie leben unsere Kinder?
00:15:33: Wie leben die Schülerinnen und Schüler?
00:15:35: Und was bedeutet das für unsere schulische Arbeit?
00:15:38: Manchmal gibt es auch das Phänomen dass zum Beispiel an der Grundschule das Einzugsgebiet der Grundschule relativ eng umrissen ist und aber das Personal also das Lehrkräftekollegium beispielsweise nicht in diesem Einzungsgebiet lebt.
00:15:50: Also dann versucht man erstmal eine Verknüpfung herzustellen, sozusagen.
00:15:54: Sozialraum bedeutet eben auch, sich als Schule den Sozialraum zu öffnen.
00:15:58: Also eben auch Familien die Kinder an der Schule haben oder grundsätzlich Menschen die im Quartier leben auch in die Schule zu holen also ihnen eine Rolle in Schule zu geben oder das Gefühl zu vermitteln hier ist kein abgeschlossener Raum sondern ein Ort wo man eben nicht nur lernt sondern wo man sich aufhalten kann wo man Unterstützung findet und Beratung findet wo es eben auch Angebote gibt.
00:16:19: Das ist so die Sozialraumperspektive
00:16:23: Total interessant, gerade dieser komplexe Prozess von Stadtentwicklung auch vom sozialen Akteur der Schule heraus zu denken.
00:16:30: Vielleicht kannst du noch mal was zum Stichwort Familiengrundschulzentren sagen?
00:16:34: Das ist ja etwas, das im Programm auch eine Rolle spielt und das fand ich sehr interessant!
00:16:39: Ja gerne also.
00:16:40: das Konzept Familienzentren kommt ursprünglich aus dem Kita-Bereich in Nordrhein-Westfalen Und dort gibt es eine flächendeckende Struktur, dass Kita als Einrichtung neben ihrem Kernauftrag der Bildung Betreuung und Erziehung ein umfassendes Angebot für Familien schafft.
00:16:57: Strukturell verankert sozusagen in die Organisationsentwicklung der Kita.
00:17:02: Dann hat man sich überlegt oder hat die Stadt Gelsenkirchen sich überlegt zusammen mit der Wimmstiftung Bildung das dieses Ziel oder dieses Konzept auch prima für den Schulbereich passt und auch für den Primarbereich passt.
00:17:12: So ist die Idee der Familien-Grundschulzentren vor mittlerweile über zehn Jahre entstanden.
00:17:17: und Familiengrundschutzzentren, das ist ein Konzept vor allen Dingen um einen niedrigschwelligen Zugang zu Familien zu finden.
00:17:23: Also Kern, sichtbarer Kern der Familiengrundschutz-Zentren ist es dass in der Schule ganz niedrigschwellig Angebote stattfinden wie Elterncafés oder Elternkind Basteln Bewegungsangebote und das mit dem Ziel verbunden wird.
00:17:36: Dass man zunächst einmal im Kontakt tritt, dass man Beziehungen aufbaut und das auf der Basis noch ganz viel mehr passieren kann also dass man vielleicht auch Bedarfe war an den von Familien die man vielleicht sonst nicht erfahren hätte weil es vielleicht doch eine Hürde gegeben hat zwischen der Schule auf der einen Seite und dem familiären Kontext auf der anderen Seite.
00:17:53: Und im Staatschancenprogramm ist mittlerweile so, dass in fünf Ländern dieses Konzept der Familiengrundschulzentren über das Staatschanzen-Programm entwickelt und weiterentwickelt wird.
00:18:02: Weil es einfach von den Zielen wunderbar passt.
00:18:05: Also es ist einfach sehr deckungsgleich.
00:18:07: wenn man von Bildungsteilhaben spricht dann ist es natürlich total wichtig die Familien und den Sozialrahmen mit zu berücksichtigen und das wird über das Konzept eben abgedeckt.
00:18:17: Vielen Dank!
00:18:18: Philipp.
00:18:19: du hast jetzt gerade diese Familiengrundschutzzentren erläutert.
00:18:22: Da habe ich mich gefragt, so wie manchmal wenn ich mich mit dem Startschorstenprogramm insgesamt beschäftige.
00:18:28: Ob das es genau in diesen Stadtteilen an diesem Ort wo die startschorstenschulen sind jetzt auch noch diese extra Familiengrundschulzentren etwa gibt und überhaupt dass startschorstenschulen nach bestimmten sozialen Kriterien ja auch ausgewählt wurden ob das nicht auch manchmal etwas stigmatisierendes hat?
00:18:46: Das ist vielleicht eine Kritik die ab und zu auch mal aufkommt.
00:18:49: Wie würdet ihr das sehen?
00:18:52: Ja, gute Frage!
00:18:53: Also ich finde das ist darauf ankommt wie man damit umgeht.
00:18:55: Wenn man indexbasiert eine Schule auswählt dann kann es schon mal sein dass man vielleicht eine Schule nicht ausgewählt hat die aber genauso gut den Bedarf hatte und Ich würde es aber so sehen dass diese Perspektive Startchancen oder auch Familiengrundschutz hin drin dass man dort einfach auch einem realen Bedarf oder einem realem Thema gerecht wird.
00:19:14: Und das neue an Startchancen ist, dass man Schulen nicht willkürlich auswählt sondern eben genau entlang einer Bedarfsorientierung.
00:19:21: Gleichzeitig geht es aber glaube ich immer darum auch bei den Familiengrundschulzentren oder auch bei Startchancens und Schulen, dass mal jeder einzelne Schule eben betrachtet und auch jede einzelne Schule mit ins Boot holt und fragt okay wie ist eure Perspektive welche Bedarfe habt ihr?
00:19:36: Wie würde euch gerne den Sozialraum öffnen welcher Herausforderung gibt es?
00:19:39: Und umgekehrt aber auch, und diese Perspektive wird in Familiengrundschutzzentren eben auch aufgenommen.
00:19:44: Es geht eben darum vielleicht auch Vorbehalte oder auch Stigmatisierungen abzubauen also Familien nicht nur als Adressaten zu sehen oder auch von Eltern Arbeit zu sprechen sondern es geht eben darum dass man gemeinsam auch etwas entwickelt also Familien in die Schule zu holen Barrieren abbaut und ihnen auch zu vermitteln oder mit ihnen zu besprechen, welche Rolle sie haben können.
00:20:04: Also man kann auch gemeinsam Angebote dann machen, gemeinsam Elterncafés machen und wir sehen in der Praxis dass das gut funktioniert.
00:20:11: Und vielleicht möchte ich dazu noch ergänzen, es gibt ja wirklich Herkunfts-Effekte.
00:20:15: Also das ist deutlich wird, dass eben soziale Herkünfte eine große Rolle spielt in den Bildungsabläufen der Kinder und Jugendliche.
00:20:23: Ich finde ungleiches muss ungleich behandelt werden.
00:20:26: also da wo Unterstützung gebraucht wird, da müssen mehr Gelder reinfließen und deswegen das ist ja eine Startchancenprogramm.
00:20:32: Das sind genau die Schulen aus, die mit Herausforderungen zu kämpfen haben, die andere Schulen nicht haben.
00:20:40: Ich bin schon froh, dass wir von diesem Brennpunkt... weggekommen sind.
00:20:44: Also das ist keine Brennpunktschule, sondern es sind Schulen in herausfordernder Lage und natürlich konzentrieren sich da vielleicht Familien die von Armut betroffen sind, die insikrigierten Sozialräumen agieren und da braucht es einfach nochmal andere Unterstützungsmöglichkeiten.
00:20:58: und ich finde Familiengrundschulzentren adressieren genau das weil Familien vielleicht nicht die Kapazitäten haben noch zum Arzt zu gehen und deswegen ist der Arzt direkt an der Schule und das ist dann auf dem Weg dass sie da abgebaut werden können und gemeinsam mit den Familien, das erarbeitet werden kann.
00:21:18: Und natürlich muss man da auch immer aufpassen wie adressiert meine Familien und nicht nur als Adressatinnen sondern auch als AkteurInnen die im Sozialraum auch agieren können und mitgestalten können.
00:21:30: Vielen Dank an euch beide.
00:21:31: Es ist wichtig, dass man sich hier auch noch mal ehrlich macht und diese Seite auch beleuchtet und fand ich sehr überzeugend wie ihr das jetzt nochmal dargestellt habt.
00:21:38: Mi, du hast gerade so Stichwörter auf die Sekretation Armutsbetroffenheit dargestellt.
00:21:42: Das sind ja Themen, die man in BNE-Angeboten bestens und auch noch lokal verankert behandeln könnte.
00:21:49: Deswegen würde ich gerne nochmal den Sprung machen hin zum Thema BNE und dann aber auch noch einmal ganz konkret in die kommunalen Handlungsmöglichkeiten im Kontext des Startschorstenprogramms sein.
00:21:58: Also die Frage, wie kann der Einbezug von BNE konkret aussehen ins Programm und was können eigentlich Kommune hier tun?
00:22:05: Hier macht es, denke ich, Sinn sich auch das Startschorstenprogramm nochmal genauer vor Augen zu führen.
00:22:10: Das besteht ja im Wesentlichen aus drei Säulen.
00:22:13: vielleicht nie kannst du jeweils dir drei Säuschen skizzieren und ich versuche denn zu ergänzen welche Gestaltungsspielräume sich hier für Kommunen zeigen könnten.
00:22:21: starten mit der Säule eins das heißt das Investitionsprogramm für eine zeitgemäße und förderliche Lernumgebung.
00:22:28: Genau das ist das Ziel der Beiträge zu modernen und es steht sogar in den Bund-Ländervereinbarungen klimagerechten und barrierefreien Lernorten.
00:22:37: Angestrebt sind hochwertige Ausstattung und eine moderne Infrastruktur, um die Schulen wirklich aktiv zu machen für alle, die in der Schule arbeiten leben.
00:22:47: Die Schule ist auch ein Lebensort vor allem für Kinder- und Jugendlichen.
00:22:51: In der Verwaltungsvereinbarung steht sogar auch dass die Vernetzung der Schulen in den Sozialraum gefördert werden kann.
00:22:57: Ich glaube da bestehen auf jeden Fall Angriffungspunkte mit der Kommune und den Schulträgern nicht nur auf, was sind die Inhalte, die in den Kukigula umgesetzt werden sollen.
00:23:10: Sondern mehr auf den Whole Institution Approach oder Whole School Approach das Nachhaltigkeit auch im Betrieb im Gebäude und Geländemenagement verankert werden soll.
00:23:18: Und ich glaube da bietet sich eine gute Verknüpfung an.
00:23:22: Ja, danke.
00:23:22: Du hast gerade schon das Stichwort How School Approach genannt?
00:23:25: Wir gehen jetzt hier nicht länger darauf ein aber wir werden Hinweise und Links zum How School approach auch nochmal in den Show Notes verlinken und auch ein paar kommunale Beispiele dazu.
00:23:35: aus meiner Sicht sozusagen Wenn ich so sagen darf aus einer kommunalen Sicht, würde ich auf jeden Fall auch hier sagen.
00:23:40: Hier ist der fast der stärkste Hebel der Kommunen im Startschossenprogramm denn die sind ja als Träger der Schulgebäude und der Schulausstattung hier durchaus zuständig.
00:23:50: Das heißt sie sind im Bau und in der Renovierung von Schulgebätten zuständig Und Sie tun das ja auch im Rahmen zum Beispiel des Ganztags schon an sehr vielen Stellen.
00:23:59: eben nachhaltige Schulbauten schaffen eine ökologische und sozialfaire Beschaffung auch der weiteren Ausstattung fördern.
00:24:06: Es gibt an vielen Schulen eine sehr holistische Gestaltung von Gemeinschaftsräumen.
00:24:11: Dazu werden wir einen Link oder ein Beispiel aus der Stadt München auch in die Show notes reingeben.
00:24:16: Sie haben die Möglichkeit, auch über das Startschossenprogramm zum Beispiel Schulgärten bauen zu lassen oder die Cafeteria etwas inklusiver gestalten zu können und viele weitere Möglichkeiten.
00:24:28: Und du hast eine Sache schon genannt hier, das hatte auch Philipp vorhin schon genannt.
00:24:32: Die Öffnung der Schulen in des lokale Umfeld ist ganz konkret im Startschossenprogramm genannt Auch als eine aktive Gestalterin zum Beispiel des Quartiers in dem die Schule ist.
00:24:41: Und hier gibt es ganz klar Anknüpfungspunkte auch der quartiersbezogenen Arbeit, seitens des Bildungsmanagements gerade in so einer Vernetzungsfunktion die Oktöre in der kommunalen Benusslandschaft zusammenzubringen.
00:24:53: Das vielleicht in der Kürze zu Säule eins dem Investitionsprogramm.
00:24:57: Säure zwei das Chancenbudget für bedarfsgerechte Lösungen zur Schule und Unterrichtsentwicklung.
00:25:02: darf ich ja nochmal an dich geben mir
00:25:05: Die Chancenbudget ist eine fädagogische und fachliche Voraussetzung, die entsprechende Unterstützungstrukturen der Staatschancenschulen verbessern.
00:25:12: Und da gibt es auch in den Schulen zwischen den Ländern Zielvereinbarungen, die getroffen werden.
00:25:18: Das ist dann so der Ausgangspunkt wie die Maßnahmen ausgegeben werden.
00:25:21: Und die Ausgangsbedingungen beziehen sich immer auf jeweilige Schule, den jeweiligen Schulträger und die jeweiligten Sozialräume.
00:25:29: Es ist auch so festgesetzt zwei Drittel für die Umsetzung von zentralem Maß.
00:25:33: Ausnahmen ausgegeben werden sollen und die beziehen sich auf die Ebenen, die Philipp ganz am Anfang auch schon skizziert hat.
00:25:40: Individuelle systematische Potenzialförderung, individuelle Förderung von Kompetenzentwicklung und Brustorientierung und institutionell eben auch die Schul- und Unterrichtsentwicklinge und die Professionalisierung des Personals, Gestaltung von Übergängen und Öffnung in den Sozialraum Und hier die Professionalisierungen des Personales.
00:25:58: da könnte auch Bildung für nachhaltige Entwicklungen natürlich Thema werden wenn die Schule das für als wichtig empfindet und Eintritt steht auch generell noch zur freien Verfügung.
00:26:08: Und wie sich das ausgestaltet ist in jedem Land auch nochmal anders, sie müssen auf jeden Fall immer auf die Ziele einzahlen und was unter anderem auch in den Vereinbarungen steht Ein Aufbau und Durchführung von Kooperationsformaten mit ausschulischen Partnern auch damit möglich ist.
00:26:24: Und da sind auch Besuche zu auserschönlichen Lernorten beschrieben worden, und es wurde sogar explizit genannt zur Lernorte die die Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützen.
00:26:35: Ja vielen Dank Mie!
00:26:36: Also ich finde das Chancenbudget auch deswegen so spannend weil hier ja zum Beispiel Nachhaltigkeitsbildung ganz konkret genannt wird im Orientierungspapier zu Säule.
00:26:44: zwei weitere Begriffe wie Problemlösefähigkeiten, Resilienzentwicklung Für mich eigentlich BNE schreien und diese Chancenbudgets glaube ich machen, ist tatsächlich sehr schön möglich hier BNE auch konkret einfließen zu lassen.
00:26:59: Du hattest ja das wesentliche eigentlich auch schon gesagt für so einen kommunalen Tätigkeitskontext nämlich dass BNE häufig durch außerschulische Anbieter in der Schule angeboten wird was total Sinn macht auch deswegen weil nachhaltige Themen und Veränderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit sich sehr gut in der Nachbarschaft vermitteln und erleben lassen den Imker, den Schulteich die Pflege des Schulkartens und vieles weitere.
00:27:23: Und das hattest du auch schon genannt es gibt in den Chancenbudgets Möglichkeiten zu außerschulischen Lernorten zu fahren und hier sind auch konkret genannt im Orientierungspapier etwa Umweltbildungszentren oder auch sowas wie Natur- und Lerngärt.
00:27:36: Die liegen zum einen häufig in kommunaler Hand und zum anderen ist es so, dass die Kommunen als Koordinatoren auch der BNE-Arbeit vor Ort entsprechende BNE Netzwerke und Anbieter eben kennen.
00:27:49: Und auch mit diesen außerschulischen Anbieten zusammenarbeiten und deswegen diese Kontakte auch gut herstellen können.
00:27:54: Es gibt ja auch sehr häufig Übersichten der Anbiete und ihre Angebote zB über Bildungsportale
00:28:00: oder
00:28:00: kommunale Plattformen.
00:28:02: Und dieses Wissen, was es zum Thema BNE eben schon gibt in der Kommune lässt sich sehr gut nutzen für die Ausgestaltung auch der Chancen-Budgets.
00:28:10: Sofern es eben gute Kommunikationskanäle zwischen Kommunen und Schulen gibt gerade über die Schulaufsichtsbehörden.
00:28:16: das hattest du ja auch genannt Philippe und die gibt es ja auch an sehr vielen Stellen.
00:28:21: dazu werden wir ihn übrigens in den Show Notes einen Link zur BNE Plattform München einbauen damit sie sich anschauen können wie so eine Übersicht z.B aussehen kann.
00:28:31: Philipp, möchtest du hier noch etwas ergänzen?
00:28:32: zur Säule II?
00:28:34: Ja ich fand das was ihr gerade gesagt habt zeigt nochmal so ein bisschen dass der Chancen-Budget die Verknüpfung von Schulentwicklung BNE und Kommune halt auch möglich macht.
00:28:43: Insofern, dass hier auch Schulen in Zusammenarbeit mit Kommunen Maßnahmen akquirieren können oder sich Ziele setzen können.
00:28:51: Die genau auf diese Lernvoraussetzungen einzahlen also beispielsweise die Lehrmotivation und die sozialen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern unterstützen.
00:28:58: Wir haben ja auch über Zukunftskompetencen gesprochen oder sowas wie Selbstwirksamkeit Also all das was vielleicht auch so ein Stück weit die Schulgemeinschaft, die Kultur unterstützt um dann letztlich eben auch gute Voraussetzung zu schaffen, dass Kinder und Jugendliche auch lernen können.
00:29:13: Also die Verknüpfung zu dem Ziel der Basiskompetenzen sehe ich auch hier total in diesem Chancenbudget eben viele Maßnahmen, um quasi diesen Weg von ganz verschiedenen Inhalten zum guten Lernen zu bringen.
00:29:27: Vielen Dank Philipp!
00:29:27: Dann hüpfen wir gerne zur Säule drei Mi.
00:29:31: Das ist die Säule, die vor allem das Personal unterstützen soll zur Stärkung multi-professioneller Teams.
00:29:37: Und da geht es auch um die Beratung Unterstützung der Lernenden aber auch lernförderliche Elternarbeit und Entwicklung einer positiven Diversitätssensiblen und Ungleichheitserziehung in Schulkultur und auch die Betroffenen bei der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen zu stärken.
00:29:54: Da können Gelder eben ausgegeben werden für Sozialpädagoginnen, für Schulsozialarbeiterin und anderes pädagogisches Personal.
00:30:01: Und auch hier könnte man überlegen, welches Personal noch mit in die Schule eingebracht werden könnte um Bildung für nachhaltige Entwicklung zu stärken und das wieder zu verknüpfen.
00:30:13: Super, danke.
00:30:14: Hier würde ich gerne ansprechen dass es ja seitens der Kommune auch viele Orts schon Fortbildungsmöglichkeiten gibt für das pädagogische Personal des.
00:30:20: gerade im Kontext des Ganztags wurde sowas sehr ausgebaut und das kann man für die Startschausenschulen sehr gut anpassen.
00:30:26: Das findet man zum Beispiel in München am Pädagogischen Institut oder für den Bereich des Ganstags auf sehr gelungen im Alptonaukreis.
00:30:33: Und du hast es ja inhaltlich auch schon gesagt Im Hinblick auf die sozialemotionalen Kompetenzen können eben die Mitarbeitenden der Unterstützungssysteme Auch im Hinblick Hier will ich noch mal so Stichwörter bringen wie Resilienz, Konfliktfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und vor allem auch nochmal Selbstwirksamkeit.
00:30:51: Begriffe die auch in der Phase der Berufsorientierung, die hier auch im Staatschausenprogramm eine wichtige Rolle spielt, noch einmal entscheidend sein können.
00:30:58: Und gerade im Hinblick auf die Schulsozialarbeit und auch weitere unterstützte Systeme spielt die Kinder- und Jugendhilfe getragen von der Kommune eine wesentliche Rolle.
00:31:08: Und auch hier finden sich damit eben nochmal ganz starke kommunale Bezüge.
00:31:13: Das war jetzt so ein Durchlauf durch die drei Säulen des Startschaustenprogramms, darüber hinaus gibt es aber sicher noch eine ganze weitere Reihe an Ideen und Möglichkeiten.
00:31:22: was möchtet ihr denn hier noch ergänzen?
00:31:25: Ich hatte gerade noch den Gedanken, dass wir es ja auch ein anderes lernen.
00:31:28: Also das die BNE-Akteure vielleicht dafür sensibilisiert sind wie kann denn eine BNE in der Herausforderung einer Schule funktionieren und muss sich da umdenken?
00:31:37: Und ich glaube, dass auch vor Ort zu erleben ist sehr wertvoll für die BNE und dass sich das gegenseitig einfach auch sehr befruchten kann.
00:31:46: Ich würde ganz gerne noch mal die Verknüpfung herstellen zwischen Schule, Sozialraum und Kommune.
00:31:51: Das hatte ich ja eingegangen auch schon gesagt aber nochmal vielleicht entlang einer modellhaften Präventionskette weil ich glaube das ist das ganze hilfreich ist für das Thema.
00:31:59: heute also eine Präventionskette.
00:32:01: einige Kommunen haben das bereits einige Kommunen denken das mit oder arbeiten daran vernetzen letztlich alle Unterstützungsangebote für Kinder Jugendliche und Familien entlang der Biografie eines Kindes.
00:32:14: Und es geht nicht nur darum, dass Kinder und Jugendhilfe hier Angebote reingeben.
00:32:17: Sondern das eben Ressortübergreifen zusammengearbeitet wird aus den Bereichen Kinder- und Jugend Hilfe aber auch aus Gesundheit, Ausbildung, aus Soziales oder auch das Immobilienmanagement mit dabei ist.
00:32:28: Ich würde das einmal vielleicht an einem Beispiel zeigen.
00:32:31: In der Präventionskette ist es so, dass der Startpunkt die Primärprävention ist.
00:32:36: in Familiengrundschulzentren würde das bedeuten, dass man eben anlasslose Angebote initiiert also das Elterncafé oder ein Freizeitangebot.
00:32:44: Oder man würde hier auch einen Angebot für alle, auch im Sinne der BNE sozusagen finizieren also beispielsweise einen Gartenprojekt für alle.
00:32:51: und Ziel ist es eben über dieses Angebot in der Schule alle zu erreichen als Kinder- und Jugendliche dort zu erreichen wo sie sind und auch Familien zu erreichen und auf der Basis dann im Sinne des Sekundärpräventionen nochmal stärker zu unterstützen oder zu begleiten oder Projekte zu machen wenn die Bedarfe entstehen.
00:33:08: Also es gibt einen Bedarf bei Familien beispielsweise an gesunder Ernährung oder an Bewegungsangeboten.
00:33:14: Das kommt vielleicht erst in diesen primärpräventiven Angeboten zum Vorschein und hierauf würde man dann reagieren, in Kooperation mit Akteuren des Sozialraums und der Kommune.
00:33:22: also jede Präventionsebene hat sozusagen immer auch so diesen multiprofessionellen Charakter das eben verschiedene Perspektiven zusammengeführt werden.
00:33:29: Und wenn das nicht ausreicht, es gibt auch beispielsweise Angebote der Schulsozialarbeit.
00:33:33: Dann würde man eben im Sinne der Terziereprävention spezifische Hilfen ermöglichen.
00:33:37: Das können dann eben Nachhilfeangebote sein, das können aber auch therapeutische Angebote sein.
00:33:42: Hilfe zur Erziehung also.
00:33:44: Ziel ist es letztlich entlang dieser Kette Angebote gut zu sortieren verschiedene Themen zu adressieren die eben auch für die Schule und für die Schulen Entwicklung wichtig sind und Familien ihm nicht zu verlieren sondern in diese Kette aufzufangen.
00:33:57: Voll spannender Punkt Philipp, weil ich gerade auch dabei gedacht habe wenn zum Beispiel der Garten ein anders ist wo Familien und Kinder zusammenkommen.
00:34:05: Vielleicht werden da auch die Bedarfe nochmal erkannt das in den Gebäuden in denen die Schülerinnen und Schülern diesen Sozialräumen eben leben Ganz viel Hitze ist, dass man da gar keinen guten Umgang hat.
00:34:18: Weil es gefehlende Grünflächen gibt eine schlechte Aufenthaltsqualität die Luftqualität vielleicht auch nicht gut ist weil es eben alles so dicht bebaut ist und das wird ja im Laufe der Klimakrise auch immer relevanter.
00:34:29: und wo kann da die Kommunen unter Sozialraum auch nochmal Orte schaffen, wo Kinder sich wohlfühlen trotz Klimakriese?
00:34:38: Und dann natürlich auch noch mal die Überlegung wie die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Eltern wieder da als Akteure auftreten.
00:34:46: Und das auch einfordernst in diesen politischen Systemen weil das vielleicht auch manchmal untergeht und vor allem in den zirgierten Ortsteilen wo die Stadtschancenschulen überwiegend ja auch sind.
00:34:59: Vielen Dank es ist total spannend dass du das nochmal erläutert hast wie sehr diese Entwicklung auch im Sozialraum zum Beispiel im Kontext der Klimakrise auch Gestaltungsraum der Kommunen ist.
00:35:09: ich würde gerne so
00:35:10: Zum Abschluss
00:35:11: des Gesprächs euch nochmal fragen.
00:35:13: Es läuft das Startschausprogramm schon zwei Jahre, es läuft aber noch ganze acht Jahre.
00:35:18: wie schaut ihr denn auf die nächsten Jahre?
00:35:19: Was ist da für euch besonders spannend?
00:35:22: wo wollt ihr gerne genau hingucken?
00:35:24: vielleicht könnt ihr uns dann einen Blick geben.
00:35:26: Also die Erfahrungen zeigen uns ein Stück weit, dass es immer so bisschen braucht bis so ein großes Programm anläuft.
00:35:32: Die einzelnen Netzwerke in den Ländern und die einzelne Angebote, die Bedarfe der Schulen das alles zusammen zu kriegen.
00:35:37: Und ich blicke da sehr optimistisch drauf aber ist glaube auch herausfordernd weil sich einfach sehr viele Akteure im System befinden und wir ja auch gerade besprochen haben, dass wenn man Kinder- und Jugendliche und Familien unterstützen will, dass eben notwendig ist, dass alle zusammenarbeiten weil Ressourcen und Kompetenzen sind verteilt.
00:35:54: Und es geht darum, sie eben zusammenzuführen.
00:35:56: Auf schulischer Ebene sprechen wir immer von diesem multiprofessionellen Zusammenwirken.
00:36:01: Wir sehen darin großes Potenzial das auch weiter zu bearbeiten.
00:36:05: aber es ist für den Schulalltag und die Schulentwicklung auch eine Herausforderung und muss gestaltet werden.
00:36:10: Und dasselbe gilt letztlich auch so ich habe den Präventionsketten Gedanken aufgemacht, der voraussetzt, dass Schule, Sozialum- und Kommune zusammenwirken Auch das ist Voraussetzungsreich auf kommunaler Ebene, die Akteure vielleicht auch unterschiedliche Systemlogiken haben.
00:36:25: Die Zeitfenster nicht immer bestehen sich abzustimmen und das kann man auch noch weiter treiben dann letztlich auf die Ebene der jeweiligen Länder sozusagen auf das große Unterstützungssystem.
00:36:34: Es geht also letztlich um Coherenz zu schaffen also Angebote in eine wirksame Reihenfolge zu bringen und die Kompetenzen allerrelevanten Akteure dort zusammenzubinden, um letztlich Schulen auf der institutionalen Ebene und Schülerinnen und Schüler auf die individuellen Ebene wirklich zu unterstützen.
00:36:51: Und deswegen finde ich es gut dass es noch acht Jahre sind weil ich glaube das braucht doch ein bisschen Zeit.
00:36:55: aber ich finde das was wir angestoßen haben schon sehr motivierend sozusagen und da würde ich ganz gerne anknüpfen.
00:37:01: Ich kann da einfach nur mitgehen.
00:37:03: also ich sehe das genauso wie Philipp Und zusätzlich komme ich ja noch aus der Bildung für nachhaltige Entwicklung und habe mich sehr viel auch mit der Klimakrise auseinander gesetzt.
00:37:12: Deswegen, wenn ich so in die Zukunft blicke, hab' ich natürlich auch noch... Diese große Herausforderung im Kopf und weiß, dass das Bildungssystem die Klimakrise nicht alleine angehen kann.
00:37:21: Aber es ist die BNE ja schon auch ein Teil dazu beitragen kann und soll.
00:37:26: Und was ich ganz am Anfang schon abgezeichnet habe sind nicht die Kinder- und Jugendlichen, die jetzt in der Verantwortung sind diese Klimakriese zu lösen aber sie sind diejenigen, die damit umgehen müssten.
00:37:35: Deswegen habe ich schon sehr viel Hoffnung Stadtschancenprogramm, weil es eben genau diese Kinder, die davor vielleicht strukturell benachteiligt worden sind in diesem Bildungssystem.
00:37:47: Dass das jetzt ein großes Programm gibt um dem entgegenzuwirken.
00:37:50: und ich weiß es braucht Zeit.
00:37:51: aber genau deswegen will ich die Zeit, die ich habe in dieses Projekt stecken und mein Herz steckt weiter wie die WNE und ich sehe da eben ganz viele Verknüpfungspunkte, die wir heute ja auch schon abgezeichnet haben.
00:38:03: Also wir sehen im Startschorstenprogramm echte Startschosten für Veränderungen, ganz viel Hoffnung das an den Schulen und auf der individuellen Ebene der Schülerinnen und Schüler was passieren kann.
00:38:15: Dass sie noch besser ins Leben starten können und dass wir mit ganz viel BNE im Start-Schorsten-Programmen da auch nochmal ein Extraschutz dafür geben können.
00:38:23: Ganz vielen Dank an meine beiden Gäste Ingatau Mibui und Philipp Hackstein, dass ihr da wart!
00:38:27: Das war super spannend und ich bedanke mich bei allen Zuhörerinnen mithören und sage für heute tschau.
00:38:35: Vielen Dank!
00:38:36: Danke schön!
00:38:40: Das war unsere heutige Folge von DNI zum Herrn, wir würden uns sehr freuen wenn Sie auch bei der nächsten Episode wieder dabei sind.
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